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Aus Sacratius wird Sacre

Collected by Marian Sakry © 2002

Sacré:

  • Nom surtout porté en Belgique et dans le Nord (rencontré aussi en Vendée). C'est un ancien nom de baptême (latin sacratius = sacré ) à valeur mystique (peut-être celui qui est consacré, baptisé). Variante : Sacrez (17)

Sacré:

  • Name, der hauptsächlich in Belgien und in Nordfrankreich getragen wird (wurde auch in der Vendée - Provinz in Westfrankreich - angetroffen). Es ist ein ehemaliger Taufname. (Latein = sacratius = sacré = heilig, geweiht, gesalbt) mit mystischer Bedeutung (kann der sein der geweiht, getauft wurde) Variante: Sacrez. (17)  (Transleted by Isabelle Dupuis)

http://www.jtosti.com/noms/s1.htm / (Noms de famille/ Familiennamen)

Allem Anschein nach ist der Name Sacratius (oder auch Sacrius, Sacerius) die Urform von mehreren Modifikationen und Multilationen des Familiennamens (dann Taufnamens und schließlich wieder Familiennamens), die im Einzelnen auf meiner Hauptseite und auf der nächsten Seite aufgeführt werden.

Sacré ist danach die am meisten verbreite Form, die von diesem Namen abstammt. (Natürlich können auch zufällige Ähnlichkeiten auftreten und somit auch Missdeutungen!)

Wie kam es aber zu dieser zunächst seltsam anmutenden Veränderung? Dazu ein kurzer Blick in die Geschichte der Region - dem heutigen Grenzraum Belgien / Frankreich:

  • Ursprünglich war es der Süden der Römischen Provinz Belgica.
  • Ab 350 n.Chr. fielen die Franken, ein germanischer Stamm, in das Gebiet ein und errichteten dort um 476 n.Chr. das Reich der Franken.
  • Unter Karl dem Großen (768-814) erfuhr dieses Reich seine größte Ausdehnung.
  • 843 n.Chr. wurde das Reich im Vertrag von Verdun in Mittel-, Ost- und Westreich geteilt. Kaiser Lothar I. erhielt das Mittelreich, das dann über Jahrhunderte hindurch zum Zankapfel zwischen dem Westreich (= heute Frankreich) und dem Ostreich (= heute Deutschland) wurde.
  • Zu erwähnen bleibt noch, dass nach dem Tod von Lothar I. sein Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt wurde: Lothar II. (gest. 869) erhielt das Gebiet von der Nordsee bis zu den Maas- und Moselquellen (= Lothari regnum = Lothringen.)
  • Der südliche Teil dieses damaligen Lothringen, dessen Geschichte weiterhin sehr turbulent und abwechslungsreich verlief,  ist das Ursprungsgebiet des Namens Sacratius / Sacré.

Die sprachlich-kulturelle Entwicklung:

  • Nach dem Fall des Römischen Emperiums lag das ganze Land in Schutt und Asche - naturgemäß wurden alle Herrenhäuser zerstört bzw. übernommmen, und deren Insassen getötet oder versklavt.
  • Die einfachen Leute wurden allerdings vielfach verschont, bildeten deren Erzeugnisse und Abgaben doch das Rückgrat der neuen Herrscher.
  • Die ursprünglichen Einwohner waren allerdings den neuen Machthabern “technisch-kulturell” überlegen, so dass diese (gezwungernermassen) deren Einfluss unterlagen. (Es ging diesen ja nicht um “Nationalität in unserem Sinne”, sondern um die persönliche Macht, Herrschaft und Reichtum.)
  • Besonders wird dies in der sprachlichen Entwicklung deutlich.
    • Die ursprüngliche (römische/ lateinische) Sprache setzte sich durch:
    • In den Strassburger Eiden (842 n.Chr.) wird dies dokumentiert. (Es gilt als das älteste Sprachdenkmal der althochdeutschen und altfranzösischen Sprache.) Es verdeutlicht aber, dass das Westreich und das Ostreich sich sprachlich bereits so weit voneinander entfernt haben, dass es den Machthabern notwendig erschien die Eide “doppelsprachlich” abzulegen und aufzuzeichnen.
      • (Das Endergebnis war, dass im Westreich nun eine romanische Sprache (= französisch) und im Ostreich eine germanische Sprache (= deutsch) gesprochen wird.)
  • Die Umwandlung von Sacratius in Sacré erfolgte in dem altfranzösischen Sprachraum, der zunächst sehr stark von der ursprünglichen amtlichen römischen Sprache beeinflusst wurde.
    • Allmählich entfernte sich allerdings die altfranzösische Sprache von der ursprünglichen romanischen, doch wurde sie weiterhin stark von dieser geprägt: Zunächst wurden die Endungen sprachlos, d.h. sie wurden weiterhin geschrieben, aber nicht mehr gesprochen:
      • Sacra-tius
        • Die Endung -us (-tius), die nur dazu diente den Träger als maskulin darzustellen fällt ganz weg, wie auch die Endung -s selbst
        • (Paris ist das beste Beispiel hierfür: Es wird von den Franzosen wie  “Parie” (deutsch) ausgesprochen)
    • Danach wurde in der französischen Sprache aus einem betonten lateinischen a in offener Silbe ein e (mit verschiedener Schreibweise = Akzentzeichen):
      • Sacra - Sacre (18)

Die Verfasser von “Noms de famille” (= Familiennamen) gehen davon aus, dass Sacratius ein alter Taufname sei, was auch sicherlich so zutrifft:

  • Es ist allerdings nicht bekannt bzw. in genealogischen Verzeichnissen (die ich kenne) vermerkt, dass es in dieser Region den Namen Sacratius tatsächlich gab.
  • Aber, es gab ihn! Den Namen Sacratius - allerdings dokumentiert als den eines “einfachen” Mannes und zu finden unter “Römische Werkzeuge” - die auf seiner Urne abgebildeten Werkzeuge sind “vom größeren Interesse”, sowie die Namen Sacrius und Sacerius !
  • http://www.uni-tuebingen.de/limes-museum/sqhm/werkzeug/werka42.htm
    • Und da keine weiteren Überlieferungen zu erwarten sind - nur etwas ins Stein gemeisseltes konnte überdauern - und das auch nur bedingt -
    • und weil die Geschichtsforschung sich eh auf “bedeutende Persönlichkeiten” konzentriert, wäre es
  • zumindest einer Überlegung wert und sollte zum Nachdenken anregen, ob nicht auch vielleicht uralte Namen von den gerade durch ständig wechselnde Herrschafts- und Abgabeverhältnisse geplagten, dadurch aber auch urkonservativ gewordenen Bauern, von Generation zu Generation weiter gegeben wurden, denn
  • schließlich ist die Verbreitung des Namens Sacré ursprünglich auf den nordfranzösisch-belgischen Raum (= früheren Süden der Römischen Provinz Belgica) beschränkt, unweit des Fundortes der Sacratius-Garburne
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