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Siodlo - Weiler

 by Marian Sakry

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Eine Satellitenaufnahme vom Gebiet des heutigen Polen würde zu Beginn des 13. Jahrhunderts folgendes zeigen:

Das gesamte Gebiet erscheint als eine riesige bewaldete Fläche durchzogen von einem Netz von über die gesamte Region verzweigen und weit über die Ufer getretenen Wasseradern, die nur entfernt den heutigen Flüssen und Bächen gleichen. Das gesamte Gebiet war desto wasser- und sumpfreicher, je weiter man zeitlich zurückblickt. - Nur vereinzelt heben sich relativ kleine Flächen hervor, die bevölkert und bewirtschaftet werden.

Der bevorzugte Siedlungsraum der slawischen Bevölkerung waren zunächst sumpfige Niederungen und Flußauen, da sie sich hauptsächlich von der Viehzucht, der Jagd, dem Fischfang und der Imkerei ernährten - der Ackerbau wurde nur sehr extensiv betrieben.

Eine Siedlungseinheit war eigentlich nur ein Gebiet, das von einer sozialen Gruppe bewirtschaftet wurde, die von einem gemeinsamen Ahnen abstammte. Das Gebiet wurde pole (Feld) genannt, während die Organisation opole hieß. Das Opole kontrollierte die Bewirtschaftung, regelte Erbstreitfälle und entschied die Nutzung von Weiden, Wiesen und Wäldern. Es war eine nachbarschaftliche Organisation, deren lateinische Bezeichnung vicinia lautete ( von vicinus = Nachbar)

Der Kernpunkt einer ländlichen Siedlung war das zreb – eine selbständige Familienwirtschaft, auf der zwei oder drei verwandtschaftlich miteinander verbundenen Generationen lebten und ein von der Opole -Organistation zugewiesenes Areal bewirtschafteten. Jedes zreb hatte seinen Namen, der sich gewöhnlich vom Namen des Besitzers ableitete. Bei der erwähnten extensiven Bewirtschaftung wurde oft der Sitz des Gehöftes gewechselt, ohne einen anderen Namen anzunehmen.

Geschichte / History

Komprachcice

Allmählich wurde die Familie so groß, dass die jüngeren Mitglieder eine neue Wirtschaft gründeten – sie rodeten den Wald für neue Felder, errichteten ihren Hof aber oft direkt neben dem ihrer Verwandten: So entstanden kleine Siedlungen, die siodlo (Weiler) hießen und ebenfalls Eigennamen  hatten. In den Weilern kam es von Anfang an zu dem Versuch, die Gehöfte um einen zentralen Platz herum anzulegen, auf den das Vieh für die Übernachtung getrieben wurde. Die Form des Platzes war aber zunächst zufällig und meist vom Gelände abhängig: Erst im Laufe der Zeit entwickelten sich daraus planmäßig angelegte Dörfer, deren Mitte aus einem Kreis, Oval oder Vieleck bestand.

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