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Nach Boleslaw Chrobry

 by Marian Sakry

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Da aber – wie bereits erwähnt – es nicht um nationale, sondern um die Interessen der führenden Familien ging, waren auch die Erfolge von Boleslaw Chrobry an seine Person gebunden. Bald nach seinem Tod (1025) trat ein äußerer und innerer Machtverfall ein. Insbesondere wurde Schlesien erneut zum Zankapfel zwischen dem Geschlecht der Premysliden (aus Böhmen und Mähren) und dem der Piasten (aus Groß-Polen) –

Der Böhmenherzog Bretislav I versuchte sein Machbereich zu erweitern, doch stieß sein Vorhaben, an der Süd- und Ostgrenze des Römisch-Deutschen Reiches eine slawische Großmacht zu begründen, sowohl auf den Widerstands Polens als auch des Kaisers Heinrich III, der die außenpolitische Handlungsfreiheit des ehrgeizigen Böhmenherzogs einzuschränken suchte. –

So fiel Schlesien zwar 1038 an Böhmen, wurde 1050 größtenteils von Polen wieder erobert – und die besetzten Teile Schlesiens blieben im Kompromissfrieden von 1054 durch die Einwirkung von Heinrich III. bei Polen gegen eine jährliche Tributzahlung.

Da die Tributzahlungen ausblieben waren die darauffolgenden Jahrzehnten gekennzeichnet durch immer wiederkehrende böhmisch-polnischen Zusammenstöße begleitet von innerschlesischen Bruderkriegen und Rivalitäten, die keinem ein dauerhaftes Übergewicht ermöglichten. So war Schlesien fast unablässig Kriegsschauplatz zwischen den rivalisierenden Geschlechtern.

Die Hauptfeinde waren damals jeweils das andere Slawengeschlecht, das um die Vormacht kämpfte, nicht das Deutsche Reich, das allerdings an einem Gleichgewicht der beiden Dynastien und vor allem am Frieden in der Region des Übergangs vom Reichs- zum Tributgebiet interessiert war.

Erst mit dem durch den deutschen König Lothar 1135 vermittelten Waffenstillstand, der 1137 im Pfingstfrieden von Glatz mündete, zeichnete sich ein Ende der Kämpfe ab: Böhmen verzichtete auf die Oberhoheit über Schlesien und ein eindeutiger Grenzverlauf wurde festgelegt: Das Glatzer Land, Leobschütz, Jägerndorf und Troppau blieben bei Böhmen.

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