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collected by Marian Sakry Geschützt durch/ Protected by Copyrights |
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Kölner KönigschronikDer Mongolensturm 1241 In diesem Jahr drang zu uns die Kunde von einem verderben-schwangeren Unheil, das über
das christliche Volk kam, dem Einbruch der Tataren, von deren Grausamkeit uns die Ohren klingen und die Herzen beben. Wie es heißt, kommen sie vom äußersten Skythien her, haben noch weit darußen über dem
Asowschen Meer viele Völker jenseits des Meeres und am Meere überwältigt, das Russenreich unterworfen und sind dann in diesem Jahr um die Fastenzeit in Polen eingefallen, das sie größtenteils verheerten und
ausplünderten; die Polen selbst vertrieben oder erschlugen sie. Die Tataren wüten gegen alle, sie schonen keinen Stand und keinen Mönchsorden. Herzog Heinrich von Schlesien, der sich ihnen mit noch einem
Herzoge in tapferem Kampfe stellte, wurde bei Liegnitz besiegt, beide Herzoge und viele tapfere Ritter fielen; die Tataren schnitten Herzog Heinrich den Kopf ab und nahmen ihn mit. Dann wandten sie sich
Mähren und – man kann es kaum glauben – legten in einer Nacht und einem Tage den Weg von vier Tagesreisen über reißende Flüsse zurück ... |
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Als das Reiterheer der Mongolen - von den damaligen Geschichtsschreibern Tataren genannt - sich der Oder näherten - wurden alle Brücken in Brand gesetzt und zerstört, ebenso wie Teile von Breslau.
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Doch konnten diese Maßnahmen den Vorstoß der Mongolen nicht aufhalten. Der schlesische Herzog Heinrich II. stellte sich mit einem zahlenmäßig unterlegenem polnischem und deutschen
Heer bei der Schlacht bei Liegnitz den Mongolen entgegen - und wurde vernichtend geschlagen - er selbst fiel, sein Kopf wurde abgetrennt - die Mongolen zogen mit dem aufgespießten Kopf nach Liegnitz - doch
statt einer bedingungslosen Unterwerfung, stießen sie auf verbitterten Widerstand. |
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Dies - aber vor allem die Tatsache, dass die Mongolen nach gewonnener Schlacht hals über kopf sich aus Schlesien zurückzogen - führte dazu, dass die Schlacht bei Liegnitz oft und immer wieder als
die Rettung der Christenwelt interpretiert wurde. (Vor allem in Schlesien selbst)Offensichtlich spielte hier aber bereits ein (bisher unberücksichtigter) Umstand eine Rolle: Das Heer in der damaligen Zeit bestand aus
zwangseingezogen - meist leibeigenen - Bauern, die dem Herrscher unterstanden - fiel dieser, gaben seine Untertanen selbstverständlich auf, weil ihr eigenes Leben ihnen wichtiger war als alles andere - denn für
wen sie schließlich “arbeiteten”, war ihnen doch egal. Wie sehr musste den Mongolen dann aber das Verhalten der Schlesier “fremd” vorkommen, als sie nicht aufgaben, obwohl ihr Herrscher fiel! Es war keinesfalls
der Glaube an die Christenheit der einfachen Leute, sondern ein anderer Umstand - bereits damals waren “freie” Bauern gerade in Niederschlesien, die im Zuge der sogenannten Deutschen Kolonisation dorthin kamen - diese
verteidigten “sich selbst und ihren Hof” - ein Umstand, der wahrscheinlich von größter Bedeutung für die weitere Entwicklung Schlesiens war. |
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