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St. Martin Legende

Collected by Marian Sakry

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Martin wurde um 316/317 in Sabaria der Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien, dem heutigen Steinamanger oder Szombathely in Ungarn, geboren. Als Sohn eines römischen Offiziers war für ihn im Alter von 15 Jahren der Fahneneid obligatorisch. Er diente in einer Eliteeinheit, der berittenen kaiserlichen Leibgarde, den scholares alae, zunächst unter Constantin, dann unter Julian (Apostata)

Um 334 war Martin als 18-jähriger in Amiens stationiert. Eines Tages begegnete er dort am Stadttor im strengen Winter einem armen, unbekleideten Mann, der um Erbarmen bat – Da keiner Mitleid mit dem Bettler hatte, nahm Martin sein Schwert, teilte seinen Militärmantel entzwei und gab dem Bettleer eine Hälfte davon. – Nicht nur, dass er sich dem Spott der Umherstehenden und seiner Mitmenschen aussetzte, wurde er (höchstwahrscheinlich) auch wegen mutwilliger Beschädigung von Militäreigentum zur Verantwortung gezogen.

Aber gerade diese Eigenschaft machte ihn später so attraktiv und berühmt – er wurde der Nationalpatron der Franken – deren Ausbreitung nach Osten machte ihn auch dort (vor allem in Böhmen und Ungarn) populär – aber auch in Oberschlesien und in unserem Dorf Komprachcice.

Die ersten Siedler in Gumperti Villa waren also Menschen, dessen Vorbild ihr Schutzpatron St. Martin war – nicht „Eroberer“ oder „Unterdrücker“ – ihre tiefverwurzelte religiöse Grundhaltung hatten sie von Generation zu Generation weiter gegeben – es ist eine uralte Tradition vom gegenseitigem Verständnis und Toleranz: Das, was heute so modern und fortschrittlich erscheint in unserem gemeinsamen Ziel eines vereinten Europas, war bereits vor Hunderten von Jahren in Oberschlesien praktiziert – wir sollten stolz darauf sein !

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