In diesem Kartenauschnitt aus dem Jahr 1747 sieht man die Dörfer, in denen Gumpert erwähnt wird: Villa Gumperti
(Comprachcitz) - das heutige Komprachcice
- wurde von ihm gegründet und nach ihm benannt, da dem Gründer einer Siedlung das Privileg zustand, es nach seinem Namen zu benennen - : Die Namen Nova Villa und
Tarnow deuten eher auf bereits existierende Siedlungen hin: “Neue Dörfer” etnstanden meist in der Nachbarschaft von “alten” - Tarnow
(tarn = Weißdorngebüsch) deutet auf eine bereits bestehende ältere Familienbewirtschaftung mit eben diesem Flurnamen. (Siehe auch ) Wie aus der Urkunde von Tarnow deutlich wird, kaufte Gumpert
dort - und wahrscheinlich auch in Neudorf - sich ein, um seinen Nachkommen (=Söhnen) eine gesicherte Existenz zu gewährleisten: Da aber sein Name noch kein Familienname in unserem Sinne war, ist es leider nicht möglich
nachzuvollziehen, ob ihm dies auch gelungen war. Da Gumpert 1302 in der Urkunde über die Gumperti villa - (siehe ) - nicht mehr erwäht wird, ist davon auszugehen, dass er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr lebte. - (Bestätigt wird dies auch durch die zweite Urkunde von 1308 aus Neudorf) -
Komprachcice muss demzufolge so etwa zwischen 1260 und 1270 gegründert - und nach seinem Namen benannt worden sein: Die ungewöhnlich große Anzahl von Zeugen in der Urkunde über den Kauf von
Tarnow sowie die Verwendung von “der vorsichtige Gumpert” deutet an, dass die “Lokatoren”
bereits in der Anfangszeit - (nach der geleisteten Rodungs- und Kultivierungsarbeit) - sich der vertraglich zugesicherten Privilegien nicht (ganz) sicher waren: Wie auch immer - der
“vorsichtiger Gumpert” sorgte wohl dafür, dass seine Siedler ihn über Generationen hinweg weiter in dem Namen der Ortschaft ehrten - sogar dann noch als sein Name
längst in Vergessenheit geraten ist! - (Übrigens ist es nicht gerade die Regel, dass ein Ort in Oberschlesien über Jahrhunderte hinweg den Namen des Gründers beibehält!)
Die Siedler brachten ihre Bräuche und ihren Glauben mit – In Gumperti Villa wird eine Kirche zum ersten Mal im Jahre 1355 erwähnt – in
Tarnow / Tarnau 1376 – In den Visitationsberichten aus den Jahren 1679 und 1687/88 wird St. Martin
als Schutzpatron beider Kirchen genannt: Es gibt keine anderen bekannten Kirchen aus dieser Zeit im Archipresbyterat Oppeln mit St. Martin als Schutzpatron.
Es ist also anzunehmen, dass die Besiedlung in Oberschlesien nicht nur durch Zuwanderung, sondern auch durch eine weitere Ostwanderung der Söhne der Siedler bedingt war: Als Gumpert Tornau
aufkaufte - zogen nicht nur einer seiner Sohn, sondern auch die Söhne anderen Siedler dorthin - und brachten auch ihren Schutzpatron “Martin” dorthin!
Es gibt leider keine gesicherten Unterlagen - und (undokumentierte) Zeiträume von etwa 200 Jahren sind nicht sleten - so dass auch meine Ausführungen eher “spekulativ” sind.
Aber eben darum ist es sehr wichtig, alle möglichen Daten zu sammeln und auszuwerten - so wie die z.B. von St. Martin ... |